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STJV wirft Microsoft vor, mit einem Einstellungsstopp die Entwicklung von Arkane’s Blade verzögert zu haben
Das Syndicat des Travailleureuses du Jeu Vidéo (STJV) warf Microsoft in einer Erklärung vom 4. November 2026 vor, einen 19-monatigen Einstellungsstopp verhängt zu haben, der Blade verzögert und die Kosten erhöht habe. Anschließend habe Microsoft diese Probleme als Begründung für die mögliche Schließung von Arkane Studios herangezogen. Zu den Forderungen der Gewerkschaft gehören eine Beteiligung der Beschäftigten an einem möglichen Verkauf und deutlich stärkere Schutzmaßnahmen, falls das Studio geschlossen wird.
Laut STJV laufen die Arbeiten an Blade gut, und die erwartete Qualität entspreche dem, was Arkane-Spieler gewohnt seien. Dennoch könnte das Studio allein deshalb schließen, weil Microsoft die Schließung beschlossen hat – selbst auf Kosten des Spiels, dessen Entwicklung Microsoft finanziert hat. Gleichzeitig müssen die Beschäftigten den Produktionsdruck, die Suche nach einem Käufer und die Sorge um ihre Arbeitsplätze bewältigen.
Die Gewerkschaft hatte bereits zwei Wochen vor der Erklärung mit einer Pressemitteilung gewarnt; anschließend gewährte Microsoft einen zusätzlichen Monat für das Verfahren. Die STJV wertet diese Verlängerung als Fortschritt, hält sie jedoch für unzureichend. Der grundlegende Streit über Arkanes Zukunft und die Unterstützung bei Entlassungen bleibt damit ungelöst.
Einstellungsstopp im Zentrum des Konflikts
Der Einstellungsstopp steht daher im Zentrum des Sabotagevorwurfs. Die STJV argumentiert, Microsoft habe die Verzögerung und die zusätzlichen Kosten künstlich verursacht und beides anschließend als wirtschaftliche Gründe für die Schließung angeführt. Damit sei das Unternehmen selbst für die Begründung seiner eigenen Entscheidung verantwortlich.
Die STJV wandte sich auch dagegen, Arkane als Kostenstelle zu behandeln. Sie verwies darauf, dass frühere Spiele des Studios in den Unternehmensergebnissen nicht auftauchten, dass die verbleibenden Barmittel systematisch über Cash-Pooling an den Konzern übertragen würden und dass eine sofortige Schließung von Arkane ihrer Einschätzung nach wahrscheinlich mehr kosten würde als die Fertigstellung von Blade.
Die Gewerkschaft ordnete die Entscheidung in das ein, was sie als Microsofts Streben nach kurzfristigen Finanzzielen und Gewinnoptimierung bezeichnete. Ihr Fazit fiel deutlich aus: »Arkane ist profitabel. Nur nicht profitabel genug für Microsoft.«
Käufersuche und Forderungen der Beschäftigten
Das französische Recht räumt Arkane die Möglichkeit ein, einen Käufer zu finden. Die STJV will, dass das Studio erhalten bleibt, Blade fertigstellt und veröffentlicht und weiterhin Spiele entwickelt. Sie verweist auf die 25-jährige Geschichte des Studios, seine zahlreichen erfolgreichen Spiele und seine international anerkannten Talente. Dieses Ziel gilt jedoch nicht um jeden Preis für die Beschäftigten: Kommt kein solides Angebot zustande, muss Arkane schließen.
Eine Schließung würde 217 Beschäftigte arbeitslos machen; auch Auftragnehmer, Freiberufler und Techniker, die den täglichen Betrieb unterstützen, wären betroffen. Insgesamt seien Hunderte Beschäftigte gefährdet, so die STJV. Die vorgesehenen Mittel für Abfindungen seien angesichts des möglichen Stellenabbaus unzureichend.
Für den Fall eines Verkaufs fordert die STJV, dass Arbeitnehmervertreter und Gewerkschaften tatsächlich an der Auswahl des Käufers beteiligt werden und nicht nur an der gesetzlich vorgeschriebenen Anhörung des Betriebsrats. Außerdem fordert sie einen Schutzfonds, dessen Leistungen den Abfindungen aus dem Sozialplan für Beschäftigte entsprechen, die der Käufer in den 24 Monaten nach dem Verkauf aus wirtschaftlichen Gründen entlässt.
Für den Fall einer Schließung von Arkane fordert die STJV eine Abfindung von 200.000 €, zwei Jahre lang von Microsoft finanzierte Unterstützung bei der beruflichen Neuorientierung, gemeinsam genutzte Mittel für Weiterbildung und die Gründung eines Studios samt einer verbleibenden Bonuszahlung sowie eine Entschädigung von bis zur Höhe der Abfindung für Verstöße gegen die Verträge selbstständiger Beschäftigter.
Für die STJV muss sich im Verkaufsverfahren daher zweierlei zeigen: ob ein solides Angebot Arkane über die Entwicklung von Blade hinaus eine Zukunft sichern kann und ob die Beschäftigten unter dem neuen Käufer tatsächlich Einfluss und Schutz erhalten. Kommt ein solches Angebot nicht zustande, rücken die Kosten einer Schließung in den Mittelpunkt. Damit verknüpft die Gewerkschaft ihren Vorwurf, Microsoft habe die Verzögerungen und den finanziellen Druck verursacht, mit ihrer Forderung, Microsoft müsse für die Folgen aufkommen.











