Technologie
Itch.io erweitert KI-Offenlegungsfilter auf Suchergebnisse
itch.io kündigte am 3. November 2026 an, die Filter für Offenlegungen zu generativer KI auf weitere Bereiche seiner Website auszuweiten, darunter die Suchergebnisse. Das dazugehörige Bild zeigt eine Suchergebnisseite mit ausgewählter Option „No AI“. Damit werden die auf Offenlegungen basierenden Such- und Entdeckungsfunktionen des Marktplatzes auf eine zentrale Möglichkeit ausgeweitet, über die Nutzer Spiele und andere Projekte finden.
So funktioniert der „No AI“-Filter
Das zugrunde liegende System geht auf ein Entwickler-Update vom 20. November 2024 des itch.io-Administrators leafo zurück. Auf den Seiten zum Bearbeiten von Projekten werden Nutzer gefragt, ob das Projekt Ergebnisse generativer KI enthält. Bei einer Ja-Antwort wird das Tag „AI Generated“ mit den entsprechenden Unter-Tags für „Graphics“, „Sound“, „Text & Dialog“ und „Code“ vergeben. Bei einer Nein-Antwort wird das Tag „No AI“ vergeben. Die Ersteller sollen das Offenlegungsformular ausfüllen, anstatt diese automatisch vergebenen Tags manuell hinzuzufügen.
Der Filter hat eine wichtige Einschränkung. Leafo erklärte, dass „No AI“ nicht einfach das Gegenteil von „AI Generated“ ist: Das Tag wird nur vergeben, wenn ein Ersteller ausdrücklich mit Nein antwortet. Seiten ohne abgeschlossene Offenlegung erhalten es nicht. Wer die Tagging-Funktion missbraucht, um zu lügen, kann dafür sorgen, dass eine Seite nicht mehr in den Entdeckungsbereichen indexiert wird. Eine Suche nach „No AI“ stützt sich daher auf die Angaben der Ersteller und nicht auf eine unabhängige Prüfung durch itch.io, ob alle angezeigten Projekte tatsächlich frei von KI sind.
Offenlegungspflichten werden ausgeweitet
In verwandten Beiträgen vom 3. November verpflichtete itch.io Ersteller dazu, beim Anlegen oder Bearbeiten von Seiten zu Tabletop- oder physischen Spielen, Büchern, Comics und Soundtracks die Nutzung von KI offenzulegen. Diese Kategorien ergänzen Spiel-Assets, für die diese Pflicht bereits in den zwei Jahren zuvor gegolten hatte. Die Qualitätsrichtlinien für Content-Ersteller begründen die strikte Durchsetzung der Vorgaben für all diese Seitentypen mit der rechtlichen Unsicherheit bezüglich der Rechte an Inhalten, die mit generativer KI erstellt wurden. Werden die Inhalte nicht gekennzeichnet, kann dies zur Entfernung aus den Entdeckungsbereichen führen.
Wird eine Seite aus den Entdeckungsbereichen entfernt, verschwindet sie aus dem Entdeckungsindex von itch.io, kann aber weiterhin über eine direkte URL und das Profil des Erstellers aufgerufen werden. Projekte, bei denen die Nutzung generativer KI angegeben ist, erscheinen auf der „AI Assisted“-Übersichtsseite. Die Offenlegung ermöglicht somit sowohl einen Nutzerfilter als auch eine thematisch geordnete Übersichtsseite, während die Durchsetzung der Regeln dazu führen kann, dass eine Seite nicht mehr in den Entdeckungsbereichen erscheint.
Die Definition der Richtlinie ist enger gefasst als jede Nutzung künstlicher Intelligenz in einem Spiel. Sie umfasst Systeme, die durch Lernen anhand großer Datensätze Texte, Bilder oder Musik erstellen, darunter große Sprachmodelle und Bildgenerierungsmodelle. Für herkömmliche NPC-Pfadfindung, gegnerisches Verhalten, prozedurale Levelgenerierung, Fuzzy-Logik, dynamische Schwierigkeitsanpassung und dynamische Musik ist keine Offenlegung erforderlich, sofern diese Funktionen selbstständige Algorithmen ohne externe große Datensätze verwenden.
Bereinigung von KI-Spam läuft parallel zu den Filtern
Die Ausweitung der Filter ging mit einer separaten Bereinigungsaktion einher, die bereits am 3. November stattgefunden hatte. itch.io teilte mit, einige Terabyte Material gelöscht zu haben, das die Plattform als „KI-Müll“ bezeichnete. In einem weiteren Beitrag wurde vor dem Hochladen von 10 Terabyte schlecht optimierter, KI-generierter Modelle gewarnt. Außerdem hieß es, die Qualitätsrichtlinien enthielten bereits seit mehr als zwei Jahren eine Klausel zu KI-Spam.
Diese Klausel stuft die automatisierte Massenproduktion von Produktseiten als Spam ein und erlaubt deren Entfernung aus den Übersichts- und Suchbereichen. Sie gilt für Projekte, die überwiegend von Algorithmen oder KI und mit minimalem menschlichem Eingreifen erstellt wurden, für zufällig generierte Inhalte mit wenig oder gar keiner kuratierten Gestaltung sowie für wiederholte generierte Varianten im Wesentlichen desselben Materials. Die Bereinigung und der Filter erfüllen unterschiedliche Aufgaben: Die Anti-Spam-Regel richtet sich gegen die Massenproduktion, während die Offenlegung Projekte nach ihren Inhalten aus generativer KI einordnet.
Am 1. November 2026 meldete itch.io, dass sich die Zahl der täglich erstellten Spieleseiten in den vorangegangenen zwei Monaten verdoppelt hatte. Dieser Anstieg verdeutlicht das Ausmaß der Entwicklung, auf die die anschließenden Änderungen reagieren: Sie verbinden nutzergesteuerte Filter mit Maßnahmen gegen die automatisierte Produktion von Seiten und strengeren Offenlegungspflichten für weitere Kategorien.
In der Praxis ist ein Ergebnis mit „No AI“ nur so umfassend wie die zugrunde liegenden Angaben. Projekte ohne beantwortete Offenlegung erhalten das Tag nicht, während eine falsche Kennzeichnung dazu führen kann, dass sie nicht mehr in den Entdeckungsbereichen erscheinen. Durch die Ausweitung des Filters auf die Suche fließen die Angaben der Ersteller stärker in die angezeigten Ergebnisse ein. Daneben gelten eigene Regeln, die massenhaft generierte Uploads aus den Übersichts- und Suchergebnissen fernhalten sollen.











