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Horizon Hunters Gathering lässt Live-Service im Neustart fallen, Dezember‑Frist festgelegt
PlayStation baut Horizon Hunters Gathering von Grund auf neu auf, entfernt die vor nur sechs Monaten angekündigte Live‑Service‑Struktur und wandelt das Spiel in einen traditionelleren kooperativen Titel um, so ein am 19. August 2026 veröffentlichter Bloomberg‑Report. Das Personal des in Amsterdam ansässigen Entwicklers Guerrilla Games wurde diese Woche darüber informiert, dass sie bis Dezember Zeit haben, die Führungsebene davon zu überzeugen, dass das Projekt weiterhin aktiv entwickelt werden sollte.
Jason Schreier von Bloomberg, der sich auf Personen beruft, die mit den Plänen des Unternehmens vertraut sind, berichtet, dass Guerrilla das Spiel seit Juni stillschweigend neu aufsetzt, nachdem interne Tests Anfang des Jahres negatives Spieler‑Feedback erzeugten. Die neue Ausrichtung lässt die Live‑Service‑Komponente vollständig weg und setzt stattdessen auf einen Story‑Modus und einen deutlich kleineren Umfang. Das Spiel wurde nicht abgesagt, doch ein Großteil des dafür eingeteilten Personals wird zu einem anderen Projekt wechseln, das am Jahresende ebenfalls einer Bewertung unterzogen wird.
Weder Sony noch Guerrilla haben öffentlich Stellung zu dem Bericht genommen.
Was Guerrilla im Februar angekündigt hat
Horizon Hunters Gathering wurde am 5. Februar 2026 im PlayStation Blog als taktisches Koop‑Action‑Spiel für PS5 und PC vorgestellt, das bis zu drei Spieler als Jäger zusammenarbeiten lässt, um eine von tödlichen Maschinen bedrohte Welt zu verteidigen. Die Ankündigung beschrieb zwei Modi: Machine Incursion, eine wellenbasierte Mission rund um einen Boss‑Kampf, und Cauldron Descent, einen längeren mehrstufigen Versuch mit rotierenden Räumen. Die Jäger sollten über ein Rogue‑Lite‑Perk‑System anpassbar sein, und ein sozialer Hub namens “Gathering” sollte als Zwischen‑Mission‑Bereich für Upgrades und Händler dienen.
Spieledirektor Arjan Bak stellte das Projekt bei der Ankündigung als lang gehegten Studio‑Traum dar:
> “Mit den allerersten Ideen, die die Welt von Horizon formten, träumten wir davon, dass Spieler gemeinsam Maschinen jagen.”
Der Beitrag versprach außerdem eine narrative Kampagne, die vollständig kanonisch zum Horizon‑Universum gehört, einen ersten kleinen geschlossenen Playtest Ende Februar über das PlayStation‑Beta‑Programm, Cross‑Play zwischen PS5 und PC sowie „regelmäßigere Entwicklungs‑Updates und Playtest‑Ankündigungen“ in den folgenden Monaten. Wie viel von dieser Struktur im Neustart erhalten bleibt, wird in Bloombergs Bericht nicht behandelt.
Eine Zehn‑Spiel‑Strategie auf eine Shortlist reduziert
Der Neustart fällt mit dem vierten Jahrestag von PlayStations ambitioniertestem Service‑Spiel‑Engagement zusammen. In einer Telefonkonferenz am 2. Februar 2022 kündigte Sony an, bis 2026 zehn Live‑Service‑Spiele veröffentlichen zu wollen, eine Strategie, die es Wochen später mit der 3,6 Milliarden‑Dollar‑Übernahme des Destiny‑Entwicklers Bungie untermauerte.
Die Bilanz seitdem war hart. Concord wurde 2024 gestartet und bereits zwei Wochen später aus dem Verkauf genommen. Sony strich nicht angekündigte Live‑Service‑Projekte bei Bend Studio und Bluepoint Games und schloss Bluepoint Anfang dieses Jahres vollständig. Die Erfolge sind real, aber begrenzt: Helldivers 2 verkaufte bis Ende 2024 über 15 Millionen Exemplare, und Bungies Marathon kam im März 2026 mit warmem Empfang auf den Markt.
Horizon Hunters Gathering war eines der wenigen verbleibenden First‑Party‑Titel, die diese Strategie weiterführten, sodass das Entfernen seiner Service‑Ebene weniger eine Kurskorrektur eines einzelnen Projekts darstellt, sondern ein weiterer Rückzug vom Zehn‑Spiel‑Plan ist. Auch die Plattformfrage ist hier relevant: Sony Interactive Entertainment‑CEO Hideaki Nishino erklärte, dass First‑Party‑Einzelspieler‑Spiele als PlayStation‑Erlebnisse verfeinert werden, während Live‑Service‑Spiele standardmäßig sowohl für PS5 als auch für PC erscheinen, weil das Erreichen der größtmöglichen Online‑Zielgruppe der Sinn des Formats ist. Ein zu einem traditionellen Koop‑Spiel umgebautes Hunters Gathering gehört nicht mehr eindeutig zur zweiten Kategorie.
Nishino verpflichtete sich zu Live‑Service Wochen bevor der Neustart begann
Der Zeitpunkt ist das auffällige Detail. Guerrillas Neustart begann im Juni, so Bloomberg‑Quellen. In einem Interview mit Famitsu, das am 25. Juni 2026 veröffentlicht und Mitte Mai geführt wurde, sagte Nishino, Sony werde Live‑Service‑Spiele weiterhin unterstützen. „Bei Live‑Service‑Spielen ist es wichtig, kontinuierlich etwas zu liefern“, sagte er. „Das Genre ist selbst relativ neu, und ich vermute, dass viele Leute verschiedene Ansätze ausprobieren, daher beabsichtigen wir, weiterhin neue Herausforderungen in diesem Kontext anzugehen.“
Nishino stellte Live‑Service‑Titel als Inhalte dar, die Nutzer weltweit anziehen, und verwies auf den März‑Start von Marathon als gut aufgenommenes Angebot. Ob die Entscheidung bei Hunters Gathering eine engere Definition dieses Engagements signalisiert – beschränkt auf bewährte Formate statt Ableger von Einzelspieler‑Franchises – bleibt eine Frage, die Sony bislang nicht öffentlich beantwortet hat.
Was als Nächstes passiert
Die kurzfristigen Meilensteine sind nun intern statt öffentlich. Guerrillas Frist, den Führungskräften ein funktionsfähiges, überarbeitetes Spiel zu präsentieren, liegt im Dezember 2026, wobei das separate Projekt, das das umgezogene Hunters‑Gathering‑Personal übernimmt, seiner eigenen Jahresend‑Bewertung unterliegt. Die Ankündigung im Februar versprach fortlaufende Entwicklungs‑Updates und weitere Playtests; seit dem Bericht wurden öffentlich keine Termine mehr festgelegt. Der Horizon Hunters Gathering: Everything We Know-Tracker von Gaming.net deckt das angekündigte Spiel vollständig ab und wird aktualisiert, sobald Guerrilla bestätigt, welche Elemente der überarbeiteten Version erhalten bleiben und welche gestrichen werden.











